Freitag, 20. Oktober 2017

Kenia: African Way of Life + Ich!

Hallo meine Lieben!
Ich werde jetzt einfach mal die Tatsache ignorieren, dass ich über 5 Monate lang nicht gepostet habe und springe wieder mitten in die Story, naja diesmal ist es richtige Story, dennoch habe ich das Leben hier in Afrika für einen Monat gut observiert, um nun mal die Gerüchteküche anzuheizen.

Wer mich kennt, kennt auch meine Schwächen, was zum Einen meine extreme Ungeduld ist, zum Anderen meine Intoleranz gegenüber...naja sagen wir mal, fragwürdigen Entscheidungen, die ich selber nie so getroffen hätte (dazu später mehr) und meinen Drang bloß höflich, freundlich und immer pünktlich zu sein (ja in diesem Lang ist es eine Schwäche).

Ich bin nun seit genau einem Monat in Kenia und ich kann euch sagen, es ist eine Achterbahn der Gefühle, auf der einen Seite liebe ich die offene Mentalität, das Gemeinschaftsgefühl (von dem wir uns in Deutschland mal was abschneiden könnten), natürlich die Landschaft und die Artenvielfalt, auf der anderen Seite der Medaille herrscht jedoch das absolute Chaos! Und ganz ehrlich Freunde der Sonne, ich bin einiges gwohnt durch meine bisherigen Reisen und ich habe auch schon einiges mitgemacht, aber das hier ist next level shit!

Fangen wir an mit der Pünktlichkeit! Das Problem hier ist, dass man eigentlich nicht erwartet das hier Irgendwer pünktlich ist, dennoch muss man pünktlich da sein, falls ein Wunder geschehen sollte und der Bus, etc. doch zu der richtigen Zeit auftaucht.
Kurze Story! Ich habe ehrenamtlich in einer Schule in Malindi gearbeitet und am Wochenende habe ich eine Trip mit den Lehrern gemacht. Geplant war 9 Uhr Abfahrt, am Tag vorher wurde es an die 100 mal erwähnt wie wichtig es ist pünktlich zu sein. War ich also schon um 8:30 da, da ich den Weg weiter abgeschätzt habe und *hust* ich bin super deutsch.
Ende vom Lied, wir sind um 10:30 abgefahren und kamen mit einer Verspätung von 4 Stunden an.
Das hat sich eigentlich den ganzen Trip so gezogen, statt nach 20 Minuten weiterzufahren, wurden es 1 Stunde und 20 Minuten. Irgendwann hat sogar mein innerer Ungeduldsheini aufgegeben und resigniert.

Logik! Frage an euch alle, ihr seit in einem Auto auf einer Straße, wegen Bauarbeiten müsst ihr von dieser Straße auf einen extrem staubigen Weg abweichen, was macht ihr?
A: Fenster schließen, damit der Staub nicht rein kommt.
B: Fenster öffnen, aus irgendeinem Grund den ihr selber nicht wisst.
C: Fenster öffnen, euren weißen Schal aus der Tasche nehmen und euer komplettes Gesicht und Haare damit bedecken.
--- Im Prinzip ist B und C richtig, genau das ist nämlich passiert. 29 Leute in diesem Bus kamen auf die gloreiche Idee die Fenster zu öffnen als sie sahen, dass eine riesige Staubwolke auf uns zu kommt. Es wurde so staubig, dass es aussah als hätten wir braunen Neben im Bus.
Ich verstehe es immer noch nicht um ehrlich zu sein.

Beach Boys! Hört sich an wie eine afrikanische Boyband, aber ist ehrlich gesagt mein absoluter Albtraum hier und ich hätte die Situation niemals so schlimm eingeschätzt. Für die Leute die sich nicht vorstellen können was Beachboys sind und was hier so abgeht. Also es sind im Prinzip (meist männliche) Verkäufer am Strand, die teilweise extremst penetrant sind und kein "Nein" akzeptieren. Hier ist es sogar so, dass sie nicht unbedingt was verkaufen wollen, sondern dich einfach durchweg zulabern. Kenianer im Allgemeinen lieben es zu quatschen, was ich nicht als eine negative Eigenschaft sehe, aber relaxen am Strand ist fast unmöglich. 
Diani Beach war da die absolute Hölle! Ich mein, ich verstehe das die Leute hier auch Geld verdienen möchten, vor allem da im Moment die Touristen ausbleiben wegen der anstehenden Wahl und den Krawallen, dennoch sollte man ein "Nein" akzeptieren und sich auch nicht direkt über Leute stellen, die entspannt auf ihrem Sarong liegen, geschlossenen Augen haben und Musik hören. Ja das ist passiert!

So, mein erster Post nach 5 Monaten und es eigentlich nur meckern. Ich wollte den Blogpost eigentlich mit einer lustigen Story beenden, jedoch ist er nun schon so lang, dass die Story ihren eigenen Blogpost bekommt. Auch wenn es so scheint, als sei alles scheiße hier, mir gefällt Kenia total gut. Es ist nun mal einfach so, dass man sich an die Sitten eines Landes gewöhnen muss und das ist eben nicht immer einfach. Trotzdem sind gerade solche Stories, genau die die man nie vergessen wird und die man mit nach Hause nimmt, um sie seinen Freunden und Verwandten zu erzählen und drüber zu lachen.
Kenia ist der Wahnsinn und ich bin so verdammt froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin und ein weiteres Mal meine Komfortzone verlassen habe.
Ich freue mich auf die weitere Zeit hier und ihr könnt euch endlich wieder auf Blogposts freuen!
















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