Sonntag, 29. Oktober 2017

Erfahrung + Organisation: Ehrenamtliche Arbeit in Kenia!

Hallo meine Lieben,
wie bereits versprochen gibt es nun einen Blogpost über meine ehrenamtliche Arbeit in Kenia, genau genommen, wie ich sie organisiert habe und meine Erfahrungen.
Los gehts!

Warum ehrenamtlich in Kenia arbeiten?

Kenia ist ein wirklich wunderbares Land und so vielseitig. Es gibt viel mehr zu sehen als Strand und Safari und sobald man den Weg des typischen Touristen verlässt, so sieht man die wahre Schönheit dieses Landes und das ist zum größten Teil den Menschen hier zu verdanken. Ich kann sagen, dass ich in meinem Leben noch nie so offene und herzliche Menschen getroffen habe wie hier in Kenia. Ich wurde, wohin ich auch ging mit offenen Armen empfangen.
Ehrenamtlich zu arbeiten ist daher ein Weg, um nicht nur zu helfen und der Gesellschaft zurück zu geben, sondern es ist auch ein wunderbarer Weg das Land auf eine andere Art und Weise kennenzulernen, vor allem aber richtigen Kontakt zu den Einheimischen zu bekommen.
Wenn ich mir vorstelle nur als Tourist nach Kenia zu reisen, dann wären mir so viele tolle Momente durch den Lappen gegangen, vor allem aber hätte ich nie die Menschen hier so kennengelernt und hätte meine Erfahrung alleine auf Beach Boys und Matatu Fahrer begrenzt.
Zumal einem eine Dankbarkeit entgegen kommt, die man sich nicht vorstellen kann, wenn ich bloß ein Kind in der Schule angelächelt habe, hat es so eine Freude ausgestrahlt.
Ich denke ehrenamtlich Arbeiten ist auch ein toller Weg um mehr über sich selbst, die Kultur und die allgemeinen Normen des Landes zu lernen. So war ich beispielsweise absolut begeistert wie viel Respekt die Schüler vor den Lehrern und mir hatten. Mir wurden Stühle und Taschen hinterher getragen und als mir ein Stift runtergefallen ist, so sind mehrere Schüler aufgesprungen, um ihn mir wieder zu geben.

Erfahrung:

Wie ihr vielleicht erahnen könnte, kann ich fast nur Positives berichten. Ich sage fast, da ich leider auch eine eher weniger schöne Erfahrung gemacht habe, was aber nicht direkt etwas mit der Schule zu tun hatte, sondern mit der Behausung in der ich untergebracht wurde. Ich habe pro Tag 7 Dollar für Unterkunft und Essen gezahlt, leider hat ist die Frau die für uns zuständig war nur einmal in der ganzen Zeit einkaufen gegangen und selbst dann hat sie nur 2 Packungen Toast, Milch (trinke ich nicht) und Eier (esse ich nicht) mitgebracht. Demnach war der Kühlschrank irgendwann extrem leer und ich habe mich nur noch von Reis und Bohnen ernährt.
Ich habe aber daraus gelernt und würde es bei meiner nächsten ehrenamtlichen Arbeit vorher klären, um Missverständnisse direkt aus dem Weg zu gehen.
Ansonsten kann ich es wirklich nur Jedem empfehlen, selbst wenn es nicht in Afrika ist. Ich habe bereits in Nepal und Australien gearbeitet und habe es bisher nie bereut und sogar Freunde gefunden, mit denen ich immer noch in Kontakt bin.

Organisation:

Ich habe vorher eine Runde gegoogelt, da ich gerne etwas mit Tieren gemacht hätte, aber ich war erschrocken darüber wie teuer es teilweise angeboten wird. Ich finde es falsch dafür zahlen zu müssen ehrenamtlich arbeiten zu dürfen. Wenn es eine kleine Summe pro Tag ist, die die Familie (man lebt meistens in einheimischen Familien) unterstützen soll, dann ist es okay, aber wir reden hier von 1000€-2000€ und das geht leider gar nicht.
In Malaysia habe ich ein Mädchen kennengelernt die mir von der Website "Workaway" erzählt hat und so ging es dann auch los. Ich habe mich dort angemeldet, man muss für die Anmeldung ca. 30€ zahlen und hat dann für ein Jahr den Zugang zur Website (ich habe nun bereits um ein weiteres Jahr verlängert). Ich finde den Preis okay, weil man durch die Arbeit so viel Geld spart, dass die 30€ eigentlich nichts ausmachen, die hat man mit ein paar Tagen Arbeit wieder drin.
Dort kann man in fast allen Ländern Angebote finden, man schreibt dann die Hosts an und mit etwas Glück und Geduld schreibt man dann hin und her bis alles geklärt ist und schon kann es los gehen. In Nepal wurde ich sogar von meinem Host am Flughafen abgeholt und direkt zum Haus gebracht, dies hat alles wirklich vereinfacht.

Kosten:

Die Devise von Workaway ist es dass man nichts zahlen muss, trotzdem kann es in manchen Ländern, vor allem armen Ländern dazu kommen, dass man mit einer kleinen Summe am Tag die Familien unterstützen soll. So habe ich in Nepal 5 Dollar am Tag bezahlt, aber auch ein Einzelzimmer, drei Mahlzeiten und frisches Wasser bekommen und hier in der Schule habe ich 7 Dollar gezahlt, was wie oben schon erwähnt nicht ganz okay war.

Sicherheit:

Das Gute an Workaway ist, dass die Hosts in der Regeln Bewertungen haben von anderen Leuten die dort bereits gerabeitet haben. So kann man mehr oder weniger sehen was einen erwartet.
Man muss trotzdem vorsichtig sein und wenn man bei Jemandem kein gutes Gefühl hat, dann sollte man es lassen. Ich habe nun auch schon 2 Leuten hier abgesagt, da mir die ganze Situation, bzw. Konversation ein wenig komisch vor kam.
Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Ich hoffe das hat euch jetzt geholfen und ihr habt vielleicht den Mut gefunden es mal selber auszuprobieren!

Update: Ich habe nun mit ein paar Mädels hier im Hostel gesprochen und sie haben mir von ihren Erfahrungen berichtet. Beide haben ihr Ehrenamt über eine Organisation (von einem deutschen Vermittler, Namen darf ich aus rechtlichen Gründen nicht nennen) gebucht, heißt 300€ Vermittlungsgebühr und 200-250 Euro Miete im Monat. Beide haben berichtet das die Situation in den Häusern extrem schlecht ist und das sie sich teilweise Zwei-Zimmer Wohnungen mit 18 Leuten teilen mussten. Zudem wird man immer und immer wieder um Geld gebeten und wie ein Mädel sagte "gemelkt". Die Leute die dann was gegeben haben oder auch Spielzeug, etc. für die Kids mitgebracht haben, wurden dann besser behandelt als die anderen. Zudem gab es täglich das gleiche Essen, bestehend aus Bohnen und Ugali. 
Ich dachte es wäre wichtig auch noch diese Seite zu zeigen, da ich zwar nicht solche Erfahrungen gemacht habe, allerdings passiert es trotzdem das man ausgebeutet wird und daher sollte man gut aufpassen und auch vor Ort, wenn etwas nicht stimmt darüber reden oder eben wechseln.

1 Kommentar:

  1. danke für den tip mit Workaway! das find ich klase - ich wollt sowas auch immer machen shcon, aber ich fand es echt blöd, dass man so viel zahlen muss dafür dass man arbeitet

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